Liebe Bad Bramstedter,
Bad Bramstedt´s Zukunft: Aufbruch zwischen Entwicklung und Sanierung
Es zählt mehr denn je: #Zuhören #Anpacken #Vorankommen #NeueRäume #Mut #Zukunft
Liebe Bad Bramstedterinnen und Bad Bramstedter,
plötzlich steht unsere Stadt im Fokus einer unbequemen Frage: Wohin mit Deutschlands Atommüll? In einem NDR-Beitrag wurde Bad Bramstedt in dieser Woche recht prominent als möglicher Standort für ein Endlager genannt. Das kann verunsichern. Deshalb ist mir eine Einordnung wichtig. Zunächst: Es gibt keine Standortentscheidung. Die Suche läuft bundesweit und wird wissenschaftlich begleitet. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden deutlich größere Flächen betrachtet. Dass Bad Bramstedt auf einer Karte erscheint, bedeutet nicht, dass hier ein Endlager entstehen wird. Natürlich wünsche ich mir kein Atommüll-Endlager für unsere Stadt. Trotzdem habe ich den Dreharbeiten des NDR bewusst zugestimmt. Als Bürgermeister möchte ich mich bei unbequemen Themen nicht wegducken. Auch wenn wir die Standortentscheidung nicht selbst treffen, sollten wir uns sachlich mit ihr auseinandersetzen. Denn der Atommüll ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Er ist das Ergebnis jahrzehntelanger Stromerzeugung durch Kernkraftwerke. Von diesem Strom haben Generationen profitiert. Die sichere Entsorgung ist deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich nicht unter den Teppich kehren lässt. Für mich ist diese Diskussion zugleich ein Weckruf, die Energiewende weiter voranzutreiben. Schleswig-Holstein zeigt seit Jahren, wie viel Innovationskraft in erneuerbaren Energien steckt. Wir gestalten die Energieversorgung von morgen aktiv mit. Es wäre eine bittere Ironie, wenn ausgerechnet eine solche Vorreiterregion die Hinterlassenschaften einer früheren Energiepolitik tragen müsste. Doch die Endlagersuche geht uns alle an – unabhängig davon, wo am Ende ein geeigneter Standort gefunden wird. Verantwortung dürfen wir nicht nur dann einfordern, wenn wir selbst betroffen sind. Auch wenn die Entscheidung eines Tages auf eine andere Region fällt, bleibt der Umgang mit den Folgen unserer Energiegeschichte eine gemeinsame Aufgabe. Verantwortung hört nicht an der eigenen Stadtgrenze auf. Und sie wird nicht kleiner, nur weil andere sie am Ende tragen müssen.
Gleichzeitig richten wir intensiv den Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Dazu schöpfen wir mit der Ausrichtung des Segeberger Wirtschaftstags, Messebesuchen und aus Gesprächen mit dem Wirtschafts- und Innenministerium, dass wir mit der Entwicklung der A20 und der Nähe zu Skandinavien, in mitten von Schleswig-Holstein eine besondere Lagegunst haben. Diese gilt es in Stellung zu bringen. Im Norden unserer Stadt entwickeln wir einen Mittelstandspark, der insbesondere unseren lokalen Gewerken und Gewerbetreibenden die Standort-Sicherung und Perspektive zur Entwicklung verschaffen soll, die sie und wir gemeinsam benötigen. Denn wirtschaftliche Entwicklung bedeutet für mich nachwievor beides: neue Perspektiven schaffen und diejenigen stärken, die bereits heute Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Engagement in unsere Stadt bringen.
Auch das Profil Bad Bramstedts wollen wir weiter schärfen. Unsere Stadt ist nicht nur Kur- und Gesundheitsstandort, sondern eine grüne Stadt mit einer außergewöhnlichen botanischen Vielfalt. Mehr als 180 verschiedene Baumarten sowie zahlreiche Magnolien und Zierkirschen prägen unser Stadtbild. Diesen besonderen Schatz möchten wir künftig noch sichtbarer machen.
Denn Pflanzen schaffen Lebensqualität, fördern die Artenvielfalt und geben unserer Stadt ein unverwechselbares Gesicht. Natur, Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung gehören zusammen.
Die kommenden Monate werden uns zugleich viel abverlangen. Investitionen, notwendige Sanierungen und die Konsolidierung unseres Haushalts müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Nicht alles, was wünschenswert ist, wird sofort möglich sein. Aber Stillstand darf in schwierigen Zeiten keine Antwort sein. Gerade jetzt müssen wir intelligent investieren, Strukturen modernisieren und die richtigen Prioritäten für die Zukunft unserer Stadt setzen.
Bad Bramstedt hat Potenzial. Lassen Sie es uns gemeinsam nutzen. Mit Mut, Vernunft und der Bereitschaft, anzupacken.
Herzlichst
Ihr
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Hier finden Sie einen Einblick in die Themen, die in gemeinsamen Gesprächen mit Ihnen herausgearbeitet wurden. Für Bad Bramstedt! Näheres unter "Agenda"
Kultur, Sport und Tourismus
Ich will, dass wir kulturelles Leben mit der Innenstadt beleben, im Einklang denken und damit zusätzlich etwas für die lokale Wirtschaft samt Gastronomie tun. Unsere Vereine gilt es dabei zu unterstützen, dass sie ausreichend Platz / Plätze auf ihren Übungsanlagen haben. Unsere Stadt benötigt unbedingt ein Hotel.
Versorgung und Infrastruktur
Der Bleeck als zentraler Platz der Stadt muss attraktiver, insbesondere familienfreundlicher werden. Insbesondere gilt es beim Blick auf die Innenstadt, die alltägliche Versorgung und Arbeitsplätze im Fokus zu haben. Leerstand soll behoben werden.
Kinder, Jugend und Familie
Ich will mich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass die Lebensqualität für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in der Stadt besonders im Blick gehalten wird und auf die Bedürfnisse des Alltags ausgerichtet ist. Ob Kita Plätze, speziell im U3 Bereich bzw. die Betreuung der Kinder mit dem Berufsleben der Eltern in Einklang zu bringen oder genauso Ideen für den Bereich der Freizeit (Feste, gemeinsame Aktivitäten, Orte/Angebote in der Stadt für Kinder und Jugendliche) zu entwickeln: Alles für eine familienfreundliche Innenstadt!
Verkehr
Ob Temporeduzierung, Verkehrslärm, Ampelschaltungen, Standzeiten, Umweltverschmutzung und Gefahren. Unseren Gesprächen entnehme ich einen deutlichen Wunsch nach Veränderung der Verkehrssituation in unserer Stadt. Außerdem habe ich aufgenommen, dass aktive Bus-Verbindungen innerorts wie außerorts ein wichtiges Thema für Sie sind.
Senioren
Ich möchte mich in der Gesundheitsversorgung den Themen des barrierefreien Zugangs zu Gesundheitsdiensten und -einrichtungen einschließlich präventiver Maßnahmen, geriatrischer Versorgung und Pflegeleistungen widmen und gleichzeitig die soziale Teilhabe in Senioren-Treffpunkten und damit das aktive Leben in der Gemeinde stärken. Bezahlbarer Wohnraum und entsprechender ÖPNV müssen dabei im Fokus stehen. Man soll sich in Bad Bramstedt wohl fühlen. Dies geschieht nur mit entsprechenden Freizeitangeboten gepaart mit der Sicherheit im Alltag.
Teilhabe und Chancen
Immer noch sind wesentliche Orte im Alltag für Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen die Förderung zur Teilhabe am Leben benötigen, nicht barrierefrei. Diese Hindernisse gilt es zu beseitigen und damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern. Bildungs- und Arbeitsangebote, um Menschen mit Beeinträchtigungen die gleichen Chancen auf Bildung und Beschäftigung zu ermöglichen, können kommunal mit Partnern und Förderern umgesetzt werden. Dies muss ein wichtiges Ziel sein. Eine städtische Infrastrukturplanung muss für alle zugänglich und gestaltbar sein, um sicherzustellen, dass öffentliche Räume, Verkehrsmittel und Einrichtungen entsprechend für alle gleichermaßen nutzbar sind.
